Die Energie eines Oskar von Miller aktiv erleben

In Bayern kennt man Oskar von Miller.

  • Ingenieur
  • Pionier der Wasserkraft
  • Erbauer des ersten Wasserkraftwerkes in Deutschland in Schöngeising bei Fürstenfeldbruck
  • Direktor der Deutschen Edison-Gesellschaft (später AEG)
  • Gründer des Deutschen Museums (Deutsches Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik) in München, dem weltgrößten Technikmuseum
  • Gründer der Energiewirtschaft in Bayern und der landesweiten Energieversorgung BAYERNWERK AG
  • Gründer und Projektleiter des Walchensee Kraftwerkes, damals das weltgrößte Wasserkraftwerk
  • Gründungsmitglied mehrerer Luftfahrtgesellschaften
  • Mitglied der Friedensdelegation 1919 in Versailles als technischer Berater
  • Vorsitzender des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) 1912–1914
  • und noch vieles mehr.

Das gibt es alles nachzulesen.

Urenkel Oskar von Millers im Walchensee Kraftwerk

Der Tag des offenen Denkmals gab den Anlass und die Gelegenheit. Der Urenkel von Oskar von Miller kam mit seiner Familie und anderen Technik-Geschichte-Begeisterte nach Kochel am See und ich durfte die Gruppe durch das Walchensee Kraftwerk führen.
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  • Links: Frithjof Finkbeiner – CEO von Plant-for-the-Planet
  • Mitte: Urenkel von Oskar von Miller mit eigener Familie
  • Rechts: den kenn ich doch.

In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts gehörte das Walchensee Kraftwerk zur BAYERNWERK AG mit Sitz in München – meinem ersten Arbeitgeber nach dem Studium. Diese nähe zu dem Pionier der Wasserkraft war überaus spannend und interessant und die ersten Projekte im Unternehmen brachten mich auch ganz nahe an das Herzstück eines damaligen (Landes-)Energieversorgers. Die Lastverteilung waren das Gehirn und die Nervenbahnen des komplizierten Organismus eines Energieunternehmens. In der Lastverteilung, damals in Karlsfeld gelegen, wurde Rund um die Uhr das Stromnetz und die Kraftwerke dem minütlichen Wechsel von Erzeugung und Verbrauch angepasst.
In der Lastverteilung lernt man das innere Wesen des Strommarktes, dessen Struktur und die täglichen Abläufe hautnah kennen.

Wasserkraft Turbinen wandeln die Kraft des Wassers in mechanische Energie um

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Auch die Ur-Urenkel wollen schon ganz genau wissen, wie eine Turbine so funktioniert, und was der Urgroßopa da alles gebaut hat. Im Krafthaus sind zwei unterschiedliche Turbinen aufgestellt.

  • Eine Francis Turbine, hier aus dem Walchenseekraftwerk. Diese Turbinen sind 4 mal vorhanden und erzeugen mit den angeschlossenen Generatoren Drehstrom für die bayernweite Stromversorgung
  • Eine Kaplan Turbine aus einem anderen Kraftwerk, typisch ein Laufwasserkraftwerk in einem Fluss

Im Werkshof steht noch eine Pelton Turbine aus dem Walchenseekraftwerk. Mit diesen Turbinen wird Bahnstrom für die Deutsche Bahn erzeugt.
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Besuch in der Kraftwerks Warte

Der Leiter der Pressestelle, Theodorus Räumschüssel, führte die Gruppe noch in die Schaltzentrale des Walchenseekraftwerkes – die Anlagenwarte. Da gingen auch bei den Kleinen die Augen ganz weit auf. So viele Monitore, Anzeigen, Knöpfe, Schalter, Zähler – wie kann man sich da nur auskennen. Die Anlagenwarte ist rund um die Uhr besetzt und das Personal steuert und überwacht von hier aus alle Vorgänge in den Anlagen der Walchensee Gruppe, so dass die Anlage immer funktioniert und niemand zu Schaden kommt.

Jahresspeicher, Spitzenlast, Mindestlast, Frequenzstützung, Wasserbescheid, Pegelhaltung, Fahrprogramm – alles Fachbegriffe die im Sekundentakt fallen, die Besucher sind begeistert Energieversorgung mal so hautnah erleben zu dürfen und da mit der Technik die im wesentlichen aus dem Jahr 1924 stammt und von Oskar von Miller auch so erdacht worden ist. Hinzugekommen ist die modernere Kraftwerkswarte und das war’s auch schon – der Rest ist aus der Bauzeit so auch schon geplant und ausgeführt worden.
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Alle Fotos Andi Pirchmoser

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